Informationen von “Brot für die Welt”

Keine klare Linie bei der Hungerbekämpfung erkennbar
"BROT FÜR DIEWELT" FORDERT VON DER BUNDESREGIERUNG MEHR EHRLICHKEIT

 

 

 

„Brot für die Welt“ hat das verstärkte Augenmerk der Bundesregierung für die ländliche Entwicklung und Ernährungssicherung begrüßt. Vor allem das Engagement im Kampf gegen das Landgrabbing bewertet das evangelische Hilfswerk positiv. Angesichts der Vorlage des „Zehn-Punkte-Programms des BMZ“ und der geplanten Reform der EU-Agrarpolitik mahnt „Brot für die Welt“ jedoch mehr Ehrlichkeit an: „Das sieht auf den ersten Blick gut aus, von den drei Milliarden Dollar, die Kanzlerin Merkel für die Eindämmung der Hungerkrise versprochen hat, sind jedoch nur eine Milliarde zusätzliches Geld, der Rest war schon eingeplant,“ sagte Cornelia Füllkrug-Weitzel.

Auch die geplante Streichung der Agrarexportsubventionen sei ein Schritt in die richtige Richtung, komme aber viel zu spät, so die Direktorin des evangelischen Hilfswerks. „Die weltweiten Agrarpreise sind auf dem höchsten Niveau seit 30 Jahren, da fällt es leicht, Subventionen zu streichen, die Ernährungsbranche braucht sie nicht mehr. Weiterhin ist völlig offen, ob sich Agrarministerin Aigner mit diesem Vorschlag auf EU-Ebene überhaupt durchsetzen kann.“

Das Zehn-Punkte-Programm des Entwicklungsministeriums erwähne nicht, dass weiterhin staatliche Subventionen in den Ernährungssektor fließen, damit europäische Produkte auf dem Weltmarkt günstig angeboten werden können. Damit haben die Erzeuger in den Entwicklungsländern immer noch eine harte Konkurrenz aus der EU. Auch werde nicht erwähnt, dass jahrzehntelang mit diesen Subventionen Strukturen des Agrar- und des Ernährungssektors in den Entwicklungsländern geschwächt und zerstört wurden.

Die von der Bundesregierung angekündigte nachhaltige, aber nicht genauer definierte Produktionssteigerung sieht „Brot für die Welt“ kritisch. Streitpunkt ist hier vor allem der Einsatz der grünen Gentechnik zur Produktionssteigerung. In dieser Frage ist auch die Koalition gespalten. Während die FDP darunter auch die Produktionssteigerung mit Hilfe der grünen Gentechnik versteht, sollte die Bundesregierung aus Sicht von „Brot für die Welt“ eine nachhaltige Landwirtschaft fördern, die kleinbäuerlichen Familien hilft, langfristig ihr Einkommen zu verbessern, ohne der Umwelt zu schaden und ohne diese Risikotechnologie einzusetzen.
xxxxx
xxxxx


Hierzu schreibt Wolfgang Gerster, Mitglied des Arbeitskreises TIKATO:

Der Begriff "Grüne Gentechnik", den BROT hier zitiert, entwertet das sonst mit der Vorstellung der Nachhaltigkeit verbundene Attribut "grün". Und das ist nicht ohne Absicht so gehandhabt. "Grüne" Gentechnik (man sollte die Anführungszeichen benutzen) bedeutet: Gentechnik an und in Pflanzen. Hierdurch kann, bei Zusammenspiel günstiger Faktoren, zeitweilig mehr geerntet werden. Doch abgesehen von der Frage, WAS denn hier gentechnisch verändert wurde, stehen eine Reihe von Problemen damit in Wartestellung:
-> Verdrängung und Verlust bisheriger Arten,
-> Abhängigkeit der Bauernbevölkerung von Saatgut- und Agrochemieunternehmen,
-> Evolution resistenter Schadorganismen,
-> Übertragung neuer Erb-Eigenschaften auf Wild- und Fremdarten
   (letzteres durch laterale Vererbung mittels Viren und Bodenorganismen),
-> dadurch Entstehung neuer Problem-Arten,
-> und so weiter.
 
Dies, damit nachvollziehbar wird, wieso BROT gegen "grüne" Gentechnik ist.
 

 

 

 

Version 1.00

Evangelischer Kirchenkreis Braunfels - AK Brot für die Welt - TIKATO - Fon: 06441 / 7707494 - Email: info@tikato-burkina-faso.de