Wie arbeitet der Arbeitskreis Brot für die Welt- TIKATO?

Neben der wichtigen Entwicklungszusammenarbeit für die Menschen in Burkina Faso selbst, spielt in der TIKATO arbeit die Bewusstseinsbildung hier vor Ort für die globalen Zusammenhänge und der Solidaritätsgedanke eine große Rolle. Entsprechend führt der Arbeitskreis Brot für die Welt-TIKATO alljährlich Fortbildungsseminare für die eigenen Mitglieder und die Reisegruppen durch.

Es ist nicht nur der bekannte „Brückenschlag Wetzlar-Ouagadougou“, den TIKATO in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und der Stadt Wetzlar (Schirmherrschaft: Der Oberbürgermeister) alle zwei Jahre durchführt. Auch weitere Aktionen wie „Tausche Mangos gegen Schule“, der „Brückenlauf der Stadt Wetzlar“ (hier unter dem Motto „Deine Stimme gegen Armut“), sowie die jährliche Präsentation auf dem Wetzlarer Adventsmarkt in der Holzhütte auf dem Schillerplatz rücken TIKATO und das Land Burkina immer wieder in den Focus der Öffentlichkeit. In Kirchengemeinden, Kindergärten, Grund- und Förderschulen sowie weiterführenden Schulen und in Eine-Welt-Läden  berichten kontinuierlich  Mitglieder der TIKATOgruppe aus Burkina und von ihren (privat bezahlten) Reiseerfahrungen.

Hatten bisher bei den über 170 Projekten seit den 70er Jahren die Menschen sich immer gefreut, den „Armen in der Dritten Welt“ etwas Gutes zu tun, so sehen sie heute doch auch immer mehr darauf, wie sie eigene Gaben und Fähigkeiten noch zusätzlich einbringen können. Da stricken alljährlich Frauen aus Blasbach, Burgsolms und in anderen Gemeinden Socken und Kinder-Winterutensilien. Bisher haben sie noch nicht einmal gewusst, dass die Menschen in Burkina in den Monaten Dezember und Januar auch sehr frieren können.

Eine Achtjährige hört im Kindergottesdienst erstmals von TIKATO. Seitdem sammelt die Jugetliche in Tassen und Dosen auf Familienfeiern für Kinder und große Leute in Burkina. Sogar eine Spielstraße in einem von TIKATO und seinen  Kirchengemeinden finanzierten Kindergarten ist nach ihr deshalb benannt worden.

Da freut sich ein in Wetzlar sehr bekannter Arzt über „den noch immer gefüllten Staudamm“ und setzt hierfür nochmals eine Spende ab. Ein Schreiner aus dem Lahn-Dill-Kreis arbeitet für eine Dame ein Werkstück und lässt sie die hierfür erforderliche Summe für TIKATO spenden. So wirkt das wie ein Schneeballsystem. Junge Leute interessieren sich plötzlich für Burkina, weil es der Gruppe gelungen ist, eine 13jährige Schülerin zur Mitarbeit und Mitreise nach Burkina zu begeistern. Heute, 19 jährig, hält sie selbstständig Vorträge in Klassen, Foren, Gruppen und Kirchengemeinden. Und will wieder mit nach Burkina reisen und sich dann während ihres Studiums mindestens ein Jahr lang in Burkina engagieren.
Ein Elektriker aus Braunfels liest in der Presse von dem Berufsschulprojekt mit einer Elektrikerklasse und gibt bereits zwei Mal der TIKATOreisegruppe einen wertvollen Koffer mit Lehrmaterial für diese Schule mit.

Heimische Frauengruppen hören von der Benachteiligung der Frauen in Burkina und engagieren sich finanziell dafür: für die, die mit bloßen Händen und ungeschütztem Körper mit einem Stößel Steine klopfen und für die, die die Straßen von der Hauptstadt Ouagadougou allmorgendlich mit kleiner Schaufel und Besen vom Unrat befreien.
Da kommt eine Ärztin aus dem Kreis Weilburg zum ersten Mal zum Wetzlarer Gespräch und ist so begeistert von der burkinischen Referentin, dass sie spontan 5000 Euro gibt „So stelle ich mir Entwicklungszusammenarbeit vor: hier wird wirklich im Rahmen von Hilfe zur Selbsthilfe geholfen und es werden entsprechend die Buchungsbelege vorgelegt. Man weiß, wohin das Geld hingeht.“ waren ihre erklärenden Worte.

Und mancher hat sein Verbraucherverhalten geändert im Blick auf die Zusammenhänge mit den Völkern der „Dritten Welt“.
Begegnungen hin- und herüber intensivieren das gegenseitige Verständnis. Burkinische Gäste und Partner kommen hier ins Gespräch mit Menschen aller Bildungsschichten und bauen damit „Fremdes“ ab.
Und nun gibt es erstmals einen Technikerpraktikanten bei Rittal, der aufgrund des hohen Engagements und der TIKATOfürsprache zwölf Monate dort arbeiten und seinen Horizont erweitern kann. Auch er wird sicher durch seine Anwesenheit, Kollegialität und Integration sein Heimatland in heimischen Raum gut vertreten und für weitere Solidarität sorgen.
Einerseits lebensnotwendige Projekte in Burkina Faso zu finanzieren durch die Spenden der heimischen Bevölkerung und andererseits die Menschen hier zu sensibilisieren und das Bewusstsein zu schärfen, dass wir auf einer Welt zusammenleben -  das ist das Ziel der TIKATOarbeit: Das gegenseitige Lernen!